Bernd Geiger
Behandlungsdetails:
Alter zum Zeitpunkt des Eingriffs: 65
Behandlungszentrum: SRH Wald‑Klinikum Gera
Datum des Eingriffs: 2025
Mein Leben vor der Behandlung:
„Ich habe immer ein aktives Leben geführt“
Ich habe mein Leben lang Sport gemacht: Fußball, Tennis, Joggen, Radfahren. Ich war immer aktiv und leistungsorientiert – Sport musste anstrengend sein, sonst war es für mich kein Sport. Doch mit der Zeit wurde ich immer kurzatmiger.
Mein gesamtes Arbeitsleben war ich bei der Bundespolizei. Es war mein Traumjob, und ich war sehr zufrieden, auch wenn mich die Krankheit im Laufe der Zeit an den Schreibtisch gebracht hat. Privat habe ich meinen Sohn als Alleinerziehender großgezogen. Ich hatte ein gutes, erfülltes Leben.
Diagnose COPD – der schleichende Verlust der Luft
2012 wurde bei mir COPD diagnostiziert, als ich plötzlich richtig schlecht Luft bekam. Ein richtiger Anfall. Schwere Atemnot, selbst beim Anziehen. Mein Hausarzt erkannte sofort, was los war: „Da hast du dir ja etwas Schönes eingefangen.“ Eine unheilbare Krankheit, die sich kontinuierlich verschlechtern wird. Der einzige Rat: das Rauchen aufzugeben, dann wird es langsamer schlechter. Ich hatte zuvor noch nie von COPD gehört und habe die Diagnose zunächst unterschätzt.
Große Einsicht oder eine Veränderung meiner Lebensgewohnheiten brachte das nicht. Ich rauchte weiter – schließlich war ich ja ohnehin schon krank. In den ersten Jahren habe ich kaum Einschränkungen bemerkt und vieles auf das Älterwerden geschoben. Erst 2019 kam es zu einer schweren Exazerbation. Mein Hausarzt schickte mich daraufhin zu einer Lungenfachärztin, die mich direkt zur Reha nach Münnerstadt überwies.
Dort habe ich mit dem Rauchen aufgehört – von einem Tag auf den anderen. Es war eine reine Kopfsache. Ich hatte jahrzehntelang stark geraucht, aber in der Klinik wurde mir klar, dass ich so nicht weitermachen konnte. Rückblickend hätte ich viel früher aufhören sollen.
Nach der Reha ging es mir etwas besser, aber insgesamt verschlechterte sich mein Zustand weiter. Ich war regelmäßig zur Kontrolle, nahm meine Medikamente, doch die Belastbarkeit nahm stetig ab. Während der Corona-Pandemie wurde mir dringend geraten, zu Hause zu bleiben. Aufgrund des hohen Risikos ging ich frühzeitig in Pension.
Ich passte mein Leben zunehmend an: weniger Unternehmungen, weniger soziale Aktivitäten. Besonders schmerzhaft war für mich, bei wichtigen familiären Ereignissen – etwa der Taufe meines Enkels – nicht dabei sein zu können, aus Angst, anderen zur Last zu fallen. Meine Lungenfunktion lag zeitweise unter 25 %. Alltägliche Dinge wie Treppensteigen oder Hausarbeit wurden zur Tortur, die permanente Atemnot bestimmte mein Leben. Weitere Therapieoptionen wurden mir nicht aufgezeigt, ich nahm die Krankheit als „gottgegeben“ hin.
„Wollen Sie so weiterleben?“ – Eine schwere Exazerbation bringt neue Optionen
Im Mai kam es während eines Besuchs bei meinem Sohn in Gera zu einer erneuten schweren Exazerbation. Mein Sohn rief sofort den Notarzt – rückblickend ein Glücksfall. So kam ich ins Waldklinikum Gera. Dort stabilisierte man mich zunächst medikamentös.
Zum ersten Mal hörte ich dort von der Möglichkeit einer endoskopischen Lungenvolumenreduktion mit Ventilen. Nach weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass ich grundsätzlich dafür infrage komme. Nichtraucher war ich schon, aber eine Reha musste vorher nochmals erfolgen.
Da es mir schon so schlecht ging war die Reha vor dem Eingriff eher belastend. Doch kurz darauf kam der ersehnte Anruf: Ich komme für Ventile in Frage – mit Termin direkt in der folgenden Woche. Ich hatte keine Angst, im Gegenteil – ich sah darin meine letzte echte Chance.
Die Behandlung
Der Eingriff – eine spürbare Veränderung
Der Eingriff verlief komplikationslos. Schon beim Aufwachen fühlte ich die Erleichterung, richtig befreit. Zum ersten Mal seit Jahren hatte ich das Gefühl, wieder Luft zu bekommen. Ich war so begeistert, dass mich die Ärzte selbst wieder einbremsen mussten.
Der Effekt war deutlich. Im 6-Minuten-Gehtest steigerte ich mich von ca. 160 m auf fast 500 m. Die drei Treppenstufen, für die ich früher 5 Minuten brauchte, kann ich wieder hinaufrennen. Alltagstätigkeiten sind wieder möglich, auch wenn ich Pausen benötige. Jetzt nach dem Eingriff fände ich eine Reha sinnvoll. Meine Medikamente nehme ich natürlich weiterhin. Und einmal im Jahr gehe ich in die Klinik, zur Kontrolle.
Ich bin mir bewusst, dass ich kein gesunder Mensch bin. Die Ventile haben mir keine neuen Lungen gegeben. Aber auf einer Skala von 0 bis 10 bin ich von fast 0 auf etwa 4 oder 5 gekommen – und das ist für mich ein enormer Gewinn an Lebensqualität.
Mein Leben nach der Behandlung
Es war ein voller Erfolg – Leben mit neuer Perspektive
Ich nutze weiterhin ein mobiles Sauerstoffgerät bei Bedarf und als Sicherheit, vor allem unterwegs oder bei Belastung. Es ist auch eine mentale Krücke. Manche Dinge bleiben schwierig, Duschen oder Kochen z. B. wegen der Dämpfe. Dennoch bin ich wieder selbstständiger und aktiver.
Ich habe begonnen, mein Leben zurückzuerobern: gehe wieder zum Fußball, erledige meinen Haushalt wieder einfacher und kann weiterhin stundenweise im Rathaus arbeiten. Manchmal gehe ich im Haus auch die beiden Stockwerke nach oben – zum Training und weil ich es wieder kann. Ohne den Eingriff hätte ich mein Leben vermutlich auf der Couch verbracht, dahinvegetiert.
Besonders wichtig ist mir meine Familie. Mein Sohn hat große Angst um mich gehabt und ist heute unendlich erleichtert, mich wieder stabiler zu sehen. Mein Enkel gibt mir zusätzliche Motivation, aktiv zu bleiben – auch wenn ich körperlich nicht alles mitmachen kann.
Ich hätte es nicht geglaubt, dass ich noch einmal in so einem Zustand bin. Wo einem das Leben einfach Spaß macht. Wenn es auf diesem Niveau noch ein paar Jahre bleibt, wäre ich sehr dankbar.
Das kennt doch keiner: Aufklärung als persönliche Mission
Ich erzähle heute jedem von der Ventiltherapie – Patienten wie Ärzten. Erschreckend viele wissen nichts davon. Noch schlimmer, manche Ärzte raten ohne gute Gründe davon ab. Diese Erfahrung habe ich sowohl in der Reha, als auch bei niedergelassenen Ärzten gemacht. Ich halte das für ein großes Problem und bin froh, dass ich mich davon nicht beirren ließ.
Mein wichtigster Rat an andere Betroffene bleibt: hört auf zu Rauchen!
Ohne das sind weitere Therapien wie die Volumenreduktion ausgeschlossen. Fragt nach und informiert euch, welche Therapieoptionen es noch gibt – ich wusste ja auch lange nichts davon. Und: man muss die Krankheit annehmen, aktiv bleiben und Chancen nutzen, wenn sie sich bieten.
Ergebnisse aus Fallstudien sind nicht unbedingt prädiktiv für die Ergebnisse in anderen Fällen. Die Ergebnisse in anderen Fällen können variieren.
Zu den Komplikationen in Verbindung mit dem Zephyr®-Endobronchialventil können u. a. gehören: Pneumothorax, Verschlechterung der COPD-Symptome, Hämoptyse, Lungenentzündung, Dyspnoe und in seltenen Fällen Tod. Das Zephyr Endobronchialventil (EBV) ist ein implantierbares Bronchialventil, das den Luftstrom kontrollieren soll, um die Lungenfunktion bei Patienten mit Überblähung im Zusammenhang mit einem schweren Emphysem zu verbessern und/oder Fisteln zu reduzieren. Das Zephyr-Ventil ist kontraindiziert bei: Patienten, bei denen bronchoskopische Verfahren kontraindiziert sind; Patienten mit Hinweis auf eine aktive pulmonale Infektion; Patienten mit bekannten Allergien gegen Nitinol (Nickel-Titan) oder dessen Metallbestandteile (Nickel oder Titan); Patienten mit bekannten Allergien gegen Silikon; aktiven Rauchern. Der Gebrauch ist geschulten Ärzten vorbehalten. Vor dem Gebrauch sind alle weiteren Angaben zu Anwendungsbereichen, Gegenanzeigen, Warnhinweisen, Vorsichtsmaßnahmen und Nebenwirkungen in der Gebrauchsanleitung für das Zephyr Endobronchialventilsystem zu beachten.
The results of case studies do not necessarily allow conclusions to be drawn in other cases. Results in other cases can be different. Possible complications associated with the endobronchial valve treatment include: Pneumothorax, deterioration of the COPD symptoms, pneumonia, dyspnea and in rare cases death. The Zephyr® Endobronchial Valve is an implantable bronchial valve intended to control airflow in order to improve lung functions in patients with hyperinflation associated with severe emphysema and/or to reduce air leaks. The Zephyr Valve is contraindicated for: Patients for whom bronchoscopic procedures are contraindicated; Evidence of active pulmonary infection; Patients with known allergies to Nitinol (nickel-titanium) or its constituent metals (nickel or titanium); Patients with known allergies to silicone; Patients who have not quit smoking. Use is restricted to a trained physician. Prior to use, please reference the Zephyr Endobronchial System Instructions for more information on indications, contraindications, warnings, all precautions, and adverse events.
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